Mission Statement

Die Frage, wie Wissenschaften sich zur Öffentlichkeit verhalten sollten, ist für keine Disziplin leicht zu beantworten. Für die akademische Philosophie ist diese Frage besonders schwierig. Während es etwa in der Physik, der Mathematik oder der Biologie durchaus legitim ist, in erster Linie gesicherte Forschungsergebnisse zu kommunizieren, kann sich die Philosophie nicht darauf beschränken, fertige Resultate und Einsichten zu vermitteln. Das liegt nicht nur daran, dass Uneinigkeit und Konflikt in der Philosophie weitreichender und grundlegender sind als in anderen Disziplinen, sondern insbesondere daran, dass die Philosophie wesentlich zum Selbst-Denken, zur Infragestellung und zur eigenen kritischen Reflexion aufruft und anleitet. Das heißt nicht, dass es keine philosophische Expertise und kein philosophisches Expertenwissen gibt, sondern vielmehr, dass die akademische Philosophie angehalten ist, sich in der öffentlichen Auseinandersetzung und Debatte zu bewähren und kritisch zu intervenieren.

Das Philosophische Café bietet daher ein offenes Experimentierfeld für die Begegnung von akademischer Philosophie und Öffentlichkeit. Im Zentrum steht dabei nicht die Vermittlung von Informationen im Sinne eines Wissensgefälles, sondern das gemeinsame Nachdenken und Reflektieren über philosophische Probleme, die uns Menschen unweigerlich angehen und beschäftigen. Damit gibt das Café zugleich schlaglichtartig Einblicke in die aktuellen Arbeitsfelder von Philosoph*innen und unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz philosophischer Forschung. Zudem setzt sich das Café zum Ziel, die Philosophie der Gegenwart in ihrer ganzen Breite und ihren unterschiedlichen Spielarten zu repräsentieren. Anstatt eine bestimmte Traditionslinie oder Methode in den Vordergrund zu stellen, versteht sich das Café als Forum, auf dem sich analytische, phänomenologische, pragmatistische, hermeneutische, poststrukturalistische und weitere Ansätze und Positionen auf Augenhöhe begegnen.

Format

Das Philosophische Café ist ein offener Diskursraum und eine inklusive Plattform für die Auseinandersetzung mit philosophischen Fragen und Problemen. Dabei werden vonseiten der Organisator:innen keine thematischen Vorgaben gemacht. Pro Termin wird ein Gast eingeladen und gebeten, mit einem kurzen Impulsvortrag zu einem frei gewählten Thema in die gemeinsame Debatte einzuleiten.

Wie ein Blick ins Archiv zeigt, berühren die Abende des Philosophischen Cafés alle philosophischen Teilgebiete – von der Theoretischen Philosophie über die Praktische Philosophie bis hin zur Kulturphilosophie und Geschichte der Philosophie. Zudem werden im Sinne eines interdisziplinären Austauschs immer wieder auch Beitragende aus anderen Wissenschaften eingeladen (wie Literaturwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Psychoanalyse, Physik etc.).  

Die Diskussionen werden zunächst moderiert geführt, wobei die Moderator:innen insbesondere auf eine ausgewogene Redezeit und eine wertschätzende Diskussionskultur achten. Im Anschluss an die moderierte Diskussion im Plenum wird traditionell bei Speis und Trank mit offenem Ende in kleineren Gruppen weiterdiskutiert.